Verdi tarifvertrag chemie

Werden die drei Voraussetzungen nicht erfüllt, gilt der Streik als rechtswidrig. Arbeitnehmer, die an unrechtmäßigen Streiks teilnehmen, sind nicht durch Streikgesetze geschützt und können sanktioniert oder entlassen werden. Zu den ungesetzlichen Streiks gehören z. B. Go-Slows und Sabotageakte, Streiks in Bezug auf eine bestimmte Verpflichtung, die Teil des Arbeitsvertrags ist (z. B. Bereitschaftsdienst), wiederholte Blockaden oder Besetzungen des Unternehmens ohne kollektiven Arbeitsstillstand oder Arbeitnehmerbefragung, und Streiks auf Unternehmensebene, die rein politisch sind. Seit 2016 läuft eine Umstrukturierung der sektoralen Tarifverträge (Conventions collectives de branche), die durch die Veröffentlichung eines Dekrets eingeleitet wurde, das das Umstrukturierungsverfahren festlegt. Ziel ist es, die derzeitige Zahl von 700 Filialen über einen Zeitraum von drei Jahren auf rund 200 zu reduzieren. Die arbeitsrechtliche Reform von 2017 hat diesen Prozess beschleunigt mit dem Ziel, hundert Filialen zu erreichen und es dem Arbeitsminister zu ermöglichen, Sektoren ab dem 10.

August 2018 und nicht erst am 10. August 2019 zusammenzuführen. Gemäß Artikel L2522 des französischen Arbeitsgesetzbuches können alle arbeitsbedingten kollektiven Konflikte einer Schlichtung unterzogen werden. Daher gibt es ein Netz regionaler Vermittlungskommissionen und eine nationale Vermittlungskommission. Diese dreiseitigen Instanzen können im Falle eines kollektiven Konflikts in Anspruch genommen werden. Ihre Zusammensetzung wird in der Regel durch sektorale Vereinbarungen bestimmt. Diese Stellen oder die Behörden können auch eine Mediation einleiten, um die Ansichten einzugrenzen (Art. L2523-1). Erweiterungsmechanismen werden ausgiebig eingesetzt. Diese Praxis bedeutet, die Bedingungen eines Tarifvertrags, der zwischen den repräsentativen Organisationen innerhalb eines Teilsektors (“Branche”) ausgehandelt wird, für alle Arbeitnehmer und Arbeitgeber in diesem Teilsektor für obligatorisch zu erklären. Um einen Tarifvertrag zu verlängern, müssen die Sozialpartner das Arbeitsministerium um eine Ministerialverordnung ersuchen.

Eine große Anzahl nationaler sektoraler Lohnvereinbarungen wird verlängert, was zu sehr hohen Deckungsquoten führt. Die Arbeitsrechtsreform vom September 2017 mindert die Bedeutung sektoraler Vereinbarungen und gibt Betriebsvereinbarungen einen zentralen Platz im Tarifverhandlungssystem. Die Verordnung 2017-1385 listet spezifische Themen (z. B. Mindestlöhne) auf, zu denen sektorale Vereinbarungen in Kraft bleiben. Sie enthält auch eine begrenzte Liste von Themen, bei denen die spezifische Vereinbarung bestimmt, ob sie Vorrang vor Vereinbarungen auf Unternehmensebene hat oder nicht.